Zuerst Kinder, dann ein Hund!

06.03.2017

Winterwandern mit Hindernissen

 

Zum Monatswechsel Februar-März nahmen wir die Winterwanderungen in Angriff. In fast jedem Dorf im Val Müstair stehen nagelneue Winterwandertafeln der Bündner Wanderwege. Perfekt, genau zum richtigen Zeitpunkt werden also neue Winterwanderwege ausgeschildert und übersichtlich auf einer Karte präsentiert. Dachten wir ... Unsere erste Tour sollte in Sta Maria starten, Ziel war Müstair. Nun ja - eins vorneweg: bei der Signalisation gibt es noch viel Raum nach oben. Gut, gibt es bald ein Wanderbuch mit detaillierter Wegbeschreibung ...;-).

Bei der Postautohaltestelle finden wir keinen Hinweis auf den Einstieg, also versuchen wir es  beim Sommerwanderweg ein Stück weiter oben an der Umbrailpassstrasse. Die Sonne scheint vom Himmel, das Tal weitet sich und man hat freie Sicht auf die Berge im Süden. Eigentlich perfekt für eine kurze Halbtageswanderung. Einen Winterwanderwegweiser suchen wir indes vergeblich, ebenso die versprochenen Signalisationsstangen. Also folgen wir dem Sommerweg. Es ist tatsächlich auch der Winterweg, bei mehr Schnee wäre er möglicherweise sogar wie angekündigt "gepflegt" worden. Im Moment aber bestätigt uns nur der Übersichtsplan in der Hosentasche, dass wir richtig sind.

 

 

Besondere Fähigkeiten eines Pelzknäuels

 

Der Weg ist offensichtlich auch bei Hundehaltern äusserst beliebt, sind wir doch fast die einzigen, die hier ohne Vierbeiner unterwegs sind. Und die können was! Als wir kurz vor Müstair auf einer Bank sitzen, Tee aus dem Thermos trinken und in die Sonne blinzeln, pest eine kleine Pelzkugel heran, macht aufgeregt den Handstand und .... pinkelt! In dieser Position. Mit der Besitzerin des artistischen Caniden kommen wir ins Gespräch. Sie hat ihr ganzes Leben im Val Müstair verbracht und ist entzückt, dass wir ein Wanderbuch schreiben, das auch noch über die Grenze hinaus geht. Auch die Dame hat einst über den Hag gefressen und einen Südtiroler geheiratet. Leider entvölkere sich das Tal ja und es gäbe bereits mehr Hunde als Kinder. Deshalb, so sage man, kommen zuerst die Kinder, erst dann darf man sich einen Hund zulegen. Sie selbst hätte aber Kinder grossgezogen und  deshalb gehe das mit dem Hund nun schon in Ordnung.

Einmal mehr freuen wir uns über die Offenheit und die Geschichten der Einheimischen. Dann suchen wir weiter nach den rosaroten Stangen mit Seltenheitswert. Das tun wir dann auch in den folgenden Tagen und nun ist es vollbracht. Wir haben uns nicht verirrt und sind nicht im Tiefschnee stecken geblieben - somit steht der Verschriftlichung des Winterwanderkapitels nichts mehr im Weg.

 

Ob wir das mit dem Handstand auch einmal probieren sollen?

 

 

 

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